Die Fahrradklingel ist der Diplomat am Lenker: Sie sagt höflich „Entschuldigung, ich komme vorbei“ – und das meist mit einem charmanten Kling!. Unauffällig, aber unverzichtbar sorgt sie dafür, dass du im Straßenverkehr gehört wirst, ohne gleich die Nerven deiner Mitmenschen zu testen. Moderne Fahrradklingeln gibt es in klassisch oder richtig stylisch. Ob minimalistisch aus Aluminium oder nostalgisch im Retro-Look – sie alle haben eins gemeinsam: Sicherheit durch Aufmerksamkeit - aber dezent.
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Liix DING DONG BELL BIG POLKA DOTS MIX Klingel Die erste Fahrradklingel wurde 1887 von dem britischen Erfinder John Richard Dedicoat patentiert. Dedicoat, geboren 1840 in Birmingham, war Fahrradhersteller und baute das Modell Pegasus. Er erkannte, dass mit der zunehmenden Zahl von Fahrrädern auf den Straßen ein akustisches Signal nötig war, um Fußgänger und Kutschen zu warnen. Seine Klingel bestand aus einem Metallbecher mit einem äußeren Klöppel, der durch einen Daumenhebel betätigt wurde. Ähnliche Konstruktionen entwickelten zeitgleich Alfred Bennett (England, Patent 1877) und die französische Firma Le Cyclo. In Deutschland führte die StVZO 1934 die Klingel als Pflichtausstattung ein – eine Regelung, die bis heute gilt.
Seit Dedicoats Erfindung hat sich die Fahrradklingel stetig weiterentwickelt. In den 1920er Jahren kamen Glocken mit innenliegendem Zahnrad-Mechanismus auf, bei denen ein federnder Schlagbolzen durch Drehen des Klingelrings gegen den Becher schnellt. In den 1970er Jahren brachte die Marke Crane (Japan) erstmals Klingeln aus Kunststoff auf den Markt, die leichter und günstiger waren. Heute reicht das Spektrum von klassischen Messingglocken über Edelstahl-Modelle bis zu elektronischen Klingeln mit Batteriebetrieb. Auch Retro-Designs aus Messing oder Kupfer sind wieder beliebt, ebenso wie minimalistische Flachklingeln, die bündig am Lenker anliegen.
Fahrradklingeln werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, die sich in Wetterfestigkeit und Robustheit unterscheiden. Messing ist korrosionsbeständig, langlebig und besonders witterungsbeständig, aber schwerer und teurer. Edelstahl ist rostfrei, robust und leichter als Messing. Aluminium ist leicht und günstig, aber anfälliger für Kratzer und Korrosion bei Salzwasser. Kupfer altert patina-artig, ist sehr wetterfest, aber weicher. Kunststoff ist leicht und billig, aber weniger robust und altert durch UV-Strahlung. Stahl ist robust und günstig, rostet jedoch ohne Beschichtung. Für den Außeneinsatz empfiehlt sich Messing oder Edelstahl – sie überdauern Jahre ohne Funktionsverlust.
Es gibt verschiedene Mechanismen von Fahrradklingeln, jeweils mit Vor- und Nachteilen. Die klassische Glocke mit äußerem Klöppel und Daumenhebel ist einfach, laut und zuverlässig, benötigt aber Platz und der Hebel kann bei Stürzen abbrechen. Die Drehklingel mit innenliegendem Zahnrad-Mechanismus ist kompakt, leise und unempfindlich, aber der Ton ist leiser und die Mechanik kann bei Verschmutzung klemmen. Die Federzug-Klingel (auch Schnurzug-Klingel) ist einfach und günstig, aber der Ton ist kurz und leise. Elektronische Klingeln mit Batterie bieten laute, einstellbare Töne (Klingel, Hupe, Melodie) und sind platzsparend, benötigen aber Batterien und sind anfällig für Feuchtigkeit. Die Wahl hängt vom Einsatzzweck ab: Stadtfahrer bevorzugen laute Glocken, Rennradfahrer leichte Drehklingeln.
Fahrradklingeln können auf verschiedene Weisen am Lenker befestigt werden. Die klassische Klemmbefestigung mit einer Inbusschraube ist die häufigste Montageart und passt auf Lenkerdurchmesser von 22,2 mm bis 31,8 mm. Gummiband-Montagen kommen werkzeuglos aus und passen auf verschiedene Durchmesser, sind aber weniger stabil. Klettband-Befestigungen sind flexibel und umpositionierbar, aber nicht dauerhaft fest. Für enge Lenker gibt es Flachklingeln mit integrierter Klemmplatte. Manche Klingeln werden direkt in den Lenkerstopfen (Bar-End) gesteckt. Auch Lenkerend-Montagen sind möglich. Wichtig ist, dass die Klingel mit dem Daumen erreichbar bleibt, ohne die Hand vom Lenker nehmen zu müssen.